Ein Haus zeigt nochmal sein Gesicht – und stirbt

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HERMANNSBURG. Viel­leicht war die­ses Haus 100 Jah­re alt, oder auch älter. Ich habe nie­man­den aus­fin­dig machen kön­nen, der mir das unge­fäh­re Bau­jahr sagen konn­te. Ein Haus, das schön anzu­se­hen war. Es hat­te die Haus­num­mer 40, stand in der Bil­ling­s­tra­ße und gehör­te einem Herrn Sieg­mann, sei­nes Zei­chens Schuster. 

Am Haus­gie­bel war gera­de noch undeut­lich zu lesen „ … mann Schuh­ma­cher“. Vor mehr als min­des­tens 30 Jah­ren wur­de die­ses Fach­werk­haus iso­liert. Es bekam eine Hül­le aus gelb­li­chen Kunst­stoff­ver­blen­dern und es wur­de qua­si unsicht­bar. Sicher fand man die­sen Ver­blen­der sei­ner Zeit ein­mal schön, zumin­dest zweck­mä­ßig. Zum Schluss war es ein­fach nur ein unauf­fäl­lig häss­li­ches Haus. 

Nun wur­de es abge­ris­sen. Kurz bevor jedoch der Abriss­bag­ger sei­ne Arbeit begann, befrei­te man das Haus von den lei­di­gen Ver­blen­dern und sie­he da – es erstrahl­te am Ende sei­nes Lebens noch ein­mal kurz in sei­ner ursprüng­li­chen Schön­heit – einer mor­bi­den Schönheit.

Das Haus ist Geschich­te und wird wohl sehr bald ver­ges­sen sein. Vie­le ande­re Häu­ser hier in Her­manns­burg wur­den in den letz­ten Mona­ten und Jah­ren eben­falls abge­ris­sen. Mehr dazu kön­nen Sie in der nächs­ten Aus­ga­be des Her­manns­bur­ger Jour­nals lesen.

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