HERMANNSBURG. Am Samstag, 26. Februar 2022 fand wieder einmal eine Schleppjagd in der Misselhorner Heide statt. Bei strahlendem Sonnenschein und blauen Himmel erlebten Teilnehmer und Zuschauer ein einmaliges Naturerlebnis. Ein Erlebnis mit Tradition.
Kaiserwetter zur Jagd
Schnaubende Pferde, bellende Hunde der Cappenberger Meute und ganz viel Sonne: Die Schleppjagd mit dem Start am Turnierplatz in Misselhorn war einmal mehr ein Erlebnis für alle Beteiligten und die zahlreichen Zuschauer.

Am Jagd-Wochenende vom 25. bis 27. Februar fanden sich circa fünfzig Teilnehmer, überwiegend aus Niedersachsen, von Leer bis Göttingen, mit ihren Pferden auf der Anlage des Misselhorner Hofs am Ortsrand von Hermannsburg ein. Schicke, edle Pferde, darunter Trakehner und Holsteiner, Oldenburger und Hannoveraner nahmen an der Jagd teil. Die über 15 km lange Jagdstrecke führte die Jagdreiter und die Hunde der Cappenberger Meute durch die Misselhorner Heide des RFV Hermannsburg-Bergen e. V.. Den Jagdreitern geht darum, in freier Natur das Zusammenspiel zwischen Mensch, Hund und Pferd zu erleben. Für die Zuschauer und Mitreisende ist es ebenfalls ein sehenswertes Erlebnis, welches Tradition hat. Am Ende der Schleppjagd folgt traditionsgemäß das “Halali”. Und am Abend des Jagdtages gibt es meistens ein geselliges Beisammensein, wie auch dieses Mal unter den entsprechenden Corona-Auflagen im Misselhorner Hof bei Speis, Trank und Musik.
Was ist eine Schleppjagd?
Der Name Schleppjagd leitet sich vom Wort „Schleppe“ ab. Darunter versteht man die Fährte im Gelände. Diese wird kontinuierlich tropfenden Anislösung gelegt, die sich in einem Kanister am Sattel des „Schleppenlegers“ befindet. Die „Verfolgung“ nehmen die Hunde mit einigem Zeitabstand auf. Die Jagdreiter wiederum folgen der Hundemeute. Dabei sind sie ihrer Reiterfahrung entsprechend in sogenannte Felder eingeteilt.
Wie oft darf die Schleppjagd in der Heide stattfinden?
Ein Schleppjagd darf höchstens vier Mal pro Jahr gemäß der Verordnung des Landkreises über das Naturschutzgebiet „Heiden und Magerrasen in der Südheide“ stattfinden. Die Teilnehmerzahl ist zudem auf insgesamt 250 Reiter pro Kalenderjahr begrenzt, um der Tradition Genüge zu tun und dabei eine übermäßige Schädigung der Bodenvegetation zu vermeiden.

Kritische Stimmen aus Hermannsburg und Umgebung, die nicht genannt werden wollen, sehen dennoch in den Jagdveranstaltungen durch die Misselhorner Heide wenig Sinn, da die Flächen unter Naturschutz stehen und die galoppierenden Pferde nach der Jagd eine Bodenvegetation hinterlassen, die sich jedes Mal aufs Neue erholen muss.




