„Das ist keine Wahl“

Der Kommentar von Johannes Tapken
Der Kommentar von Johannes Tapken
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SÜDHEIDE. Stell Dir vor, es ist Wahl und nur einer kan­di­diert. Was ein wenig an die 6. Schul­klas­se erin­nert, in der wirk­lich nie­mand Klas­sen­spre­cher wer­den woll­te, ist in der Gemein­de Süd­hei­de erschüt­tern­de Realität.

Damals, in der Schul­zeit, fand sich irgend­wann immer „der Eine“, der sich dann mit ein­deu­ti­ger Mehr­heit zum Klas­sen­clown – par­don – Klas­sen­spre­cher wäh­len ließ.

Heu­te, in der Gemein­de Süd­hei­de: Hier geht zur Bür­ger­meis­ter­wahl nur eine Kan­di­da­tin ins Ren­nen. Trau­rig, aber lei­der wahr. Eine demo­kra­ti­sche Wahl sieht anders aus.

Es erin­nert ein wenig an ver­gan­ge­ne Zei­ten, als ein eiser­ner Vor­hang den Osten der Repu­blik abschirm­te. Dort gab es zu Wah­len auch nur einen Kan­di­da­ten – JA oder NEIN stan­den zur Auswahl. 

Scha­de, dass es nur die Christ­de­mo­kra­ten in der Gemein­de geschafft haben, eine Kan­di­da­tin zu posi­tio­nie­ren. Hel­mut Schmidt wür­de sich im Gra­be umdre­hen, wenn er mit anse­hen müss­te, was sei­ne Genos­sen in der Süd­hei­de für ein Demo­kra­tie Ver­ständ­nis haben und wie sie mit Ihrer poli­ti­schen Ver­ant­wor­tung umge­hen. Sie stel­len ein­fach kei­nen Kan­di­da­ten für das höchs­te poli­ti­sche Amt in der Gemeinde.

Ganz sicher ist der Pos­ten eines Bür­ger­meis­ters auch in der Süd­hei­de kein Zucker­schle­cken. Aber wenigs­tens ein Kan­di­dat hät­te sich in den sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Rei­hen fin­den müs­sen. So steht die CDU jetzt allein da. Ein wenig pein­lich, bereits im Vor­fel­de zu wis­sen, dass man zwar Bür­ger­meis­ter die­ser tol­len Gemein­de wird, die Ent­schei­dung dazu aber aus­ge­rech­net von der SPD selbst gefällt wor­den ist.

Schein­bar haben die Mit­glie­der der hie­si­gen SPD den Glau­ben an sich selbst ver­lo­ren. Anders ist es nicht zu erklä­ren, sich in der wich­tigs­ten Funk­ti­on inner­halb der Kom­mu­nal­po­li­tik nicht in der Ver­ant­wor­tung zu sehen. Vogel-Strauß-Poli­tik nennt sich das wohl. Leid­tra­gen­de sind die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger. Ihnen wird eine der wich­tigs­ten demo­kra­ti­schen Grund­rech­te genom­men: Die Mög­lich­keit, eine Wahl zu haben …

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