SÜDHEIDE. Stell Dir vor, es ist Wahl und nur einer kandidiert. Was ein wenig an die 6. Schulklasse erinnert, in der wirklich niemand Klassensprecher werden wollte, ist in der Gemeinde Südheide erschütternde Realität.
Damals, in der Schulzeit, fand sich irgendwann immer „der Eine“, der sich dann mit eindeutiger Mehrheit zum Klassenclown – pardon – Klassensprecher wählen ließ.
Heute, in der Gemeinde Südheide: Hier geht zur Bürgermeisterwahl nur eine Kandidatin ins Rennen. Traurig, aber leider wahr. Eine demokratische Wahl sieht anders aus.
Es erinnert ein wenig an vergangene Zeiten, als ein eiserner Vorhang den Osten der Republik abschirmte. Dort gab es zu Wahlen auch nur einen Kandidaten – JA oder NEIN standen zur Auswahl.
Schade, dass es nur die Christdemokraten in der Gemeinde geschafft haben, eine Kandidatin zu positionieren. Helmut Schmidt würde sich im Grabe umdrehen, wenn er mit ansehen müsste, was seine Genossen in der Südheide für ein Demokratie Verständnis haben und wie sie mit Ihrer politischen Verantwortung umgehen. Sie stellen einfach keinen Kandidaten für das höchste politische Amt in der Gemeinde.
Ganz sicher ist der Posten eines Bürgermeisters auch in der Südheide kein Zuckerschlecken. Aber wenigstens ein Kandidat hätte sich in den sozialdemokratischen Reihen finden müssen. So steht die CDU jetzt allein da. Ein wenig peinlich, bereits im Vorfelde zu wissen, dass man zwar Bürgermeister dieser tollen Gemeinde wird, die Entscheidung dazu aber ausgerechnet von der SPD selbst gefällt worden ist.
Scheinbar haben die Mitglieder der hiesigen SPD den Glauben an sich selbst verloren. Anders ist es nicht zu erklären, sich in der wichtigsten Funktion innerhalb der Kommunalpolitik nicht in der Verantwortung zu sehen. Vogel-Strauß-Politik nennt sich das wohl. Leidtragende sind die Bürgerinnen und Bürger. Ihnen wird eine der wichtigsten demokratischen Grundrechte genommen: Die Möglichkeit, eine Wahl zu haben …

